Steuern Sparen mit Firmenwagen, Ist das wirklich SO günstig?

Hallo zusammen!

Ich habe mich aktuell mal mit der Option eines Firmenwagens über eine UG & Co. KG beschäftigt.

Von Juhn gibt es einen Interessanten Artikel zu dem Thema: klick

In einem der Dort vorgestellten Modelle kauft eine GmbH Gesellschafter ein Auto und vermietet dieses dann an Seine GmbH.

So sollen Fahrtenbuch und 1% Regelung unterbunden werden, aufgrund der Komplexität des vermeiden der 1% Regel ignorieren wir das jedoch erstmal und berücksichtigen die entsprechenden Steuern.

Der Große Vorteil ist, dass sämtliche Ausgaben die mit dem Fahrzeug zusammenhängen UND die Miete voll als Betriebsausgaben abgesetzt werden können und entsprechend den Gewinnvortrag und somit die Steuerlast mindern.

Jetzt ist in meinem Fall eine KG im Bunde, ich bin jedoch selbst kein Kommandist, weshalb das Modell trotz dessen Funktionieren sollte.

Würdet ihr bitte die Aufstellung welche ich hier vorstelle überprüfen, laut dieser wären die laufenden Kosten eines E63 AMG günstiger als die meines aktueller E300 Diesel?! (unter Vernachlässigung des Kaufs)

alles brutto, Jahrespreise :

(Anschaffung zu 36.000€ privat)

-> Vermietung zu 1500€ mntl. / 18.000€ anno ans Unternehmen

aus Sicht des Gewerbe:

Miete: -18.000,00€ 

Wartung: -3.000,00€

Versicherung: -1800,00€

KFZ-Steuer: -500,00€

Sprit: -6.000,00€

1 % Steuern AG Anteil: -1.800,00€ 

= 31.100,00€ von der Steuer absetzbare Betriebsausgaben

bei Besteuerung i.H.v. 48% (Aussage ehem. GF) könnte das bedeuten

-> Steuerersparnis von = 14.928,00€

Für die Berechnung der tatsächlichen Kosten für den Unterhalt des Autos vernachlässige ich die Miete.

Diese ist ja quasi eine Ausschüttung an mich und wird mit nur ca. 31,5% besteuert da:

18.000,00€ Jahreseinkünfte durch Miete

– 4.500,00€ Abschreibung (36.000,00€ Kaufpreis / 6 Jahre)

= 13.500€ zu versteuern mit 42% -> Steuern i.H.v. 5.670,00€ von 18.000,00€ sind das 31,5%

also bleiben an tatsächlichen Kosten übrig:

Wartung: 3.000,00€

Versicherung: 1.800,00€

KFZ-Steuer: 500,00€

Sprit: 6.000,00€

1% Steuern: 9.600,00€ (AG Anteil: 1.800,00€ ; AN Anteil: 7.800,00€ :klick)

= 20.900,00€ tatsächliche Kosten

-14.928,00€ Steuerersparnis

= 5972,00€ jährlich / 497,67€ monatlich! 

Rechnet man den Wertverlust des Autos noch i.H.v. 1200,00€/a bzw. 100,00€/m mit ein sind wir bei 7.172,00€/anno 597,67€/mntl.

Als Vergleich: für meinen E300 Diesel von 2010 zahle ich aktuell alles in allem 7950,00€ jährlich / 662,50€ monatlich rein privat.

Das kann doch nicht stimmen oder??

ca. 60,00€ GÜNSTIGER als mein geliebter alter Diesel???

Jetzt muss man natürlich beachten dass der Kaufpreis vernachlässigt wurde (Der Wertverlust jedoch nicht!)

Aber Stimmt es wirklich, dass wenn man zwischen Gewerbe und Privat in diesem Fall nicht unterscheidet, 60,00€ monatlich gespart! werden indem ich einen 36.000,00€ AMG kaufe und an das Gewerbe vermiete??

Die Miethöhe von 1.500,00€ / mntl. würde meines Erachtens nach einem Fremdvergleich standhalten, neuwertige Fahrzeuge ähnlicher Klasse werden teilweise zu Mieten bis zu 3.500,00€ vermietet.

Ich bin gespannt auf eure Gedanken!!

Liebe Grüße

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Mungukun
8 months ago

Der Große Vorteil ist, dass sämtliche Ausgaben die mit dem Fahrzeug zusammenhängen UND die Miete voll als Betriebsausgaben abgesetzt werden können und entsprechend den Gewinnvortrag und somit die Steuerlast mindern.

Du hast den Artikel nicht richtig gelesen. Es können nicht sämtliche Ausgaben, sondern nur die anteiligen Ausgaben abgesetzt werden, soweit es an die GmbH überlassen worden ist:

dass die GmbH den Dienstwagen
zu 90 % nutzen darf, während die restlichen 10 % dann der privaten Nutzung des Gesellschafters dienen.

Gleichzeitig kann man hingegen die Nutzung des Dienstwagens durch die GmbH für ihre betrieblichen Zwecke
zu 90 % als Betriebskosten verbuchen.

Beträgt die Überlassung an die GmbH nur 70%, können dementsprechend auch nur 70% der Kosten als Betriebsausgaben verbucht werden.

Entscheidend ist auch, dass es der Realität entspricht. Man kann nicht zu 90% an die GmbH vermieten und dann zu 40% das Auto selbst nutzen:

Zunächst muss man sicherstellen, dass die Umsetzung der
Vertragsvereinbarungen bezüglich der partiellen Nutzung tatsächlich
auch der Realität entspricht.

Jetzt ist in meinem Fall eine KG im Bunde, ich bin jedoch selbst kein Kommandist, weshalb das Modell trotz dessen Funktionieren sollte.

Nein funktioniert es nicht. Warum: Die KG ist keine eigenständige juristische Person. Auch das steht in deinem Artikel:

Das funktioniert übrigens
nur mit einer GmbH, weil sie eine eigenständige, von ihrem Gesellschafter unabhängige und somit strikt getrennt zu betrachtende juristische Person ist. Ein Einzelunternehmer oder ein
Gesellschafter einer Personengesellschaft würde hingegen den Dienstwagen an sich selbst vermieten, was natürlich
ausgeschlossen ist.

Auch der Kommanditist ist ein Gesellschafter der KG, selbst wenn die Haftung beschränkt ist.

Für die KG wird deswegen auch der Gewinn gesondert und einheitlich festgestellt und dann beim Gesellschafter der Einkommensteuer unterworfen. Eine GmbH dagegen unterliegt der Körperschaftsteuer.

Mungukun
8 months ago
Reply to  xxBirdyTV

The article deals with a model that the 1% rule or the travel book, 2 things that are there to tax the private use of the company car!

It is not necessary to prevent this, because the private person remains on the private part of the cost of private use of his private assets. The GmbH cannot bear 100% of the costs. In the case of the article with the division 90:10, the shareholder carries 10% of the costs privately from his account (and not the account of the GmbH).

Instead of “just” adding the private use to the profit again, as it is the case if the car is set to 100% as operating expenses, the operating expenses are simply reduced from the outset. Only through this reduced operating expenditure reduction is the addition of private use.

Seeheldin
8 months ago

It’s not that easy. In the case of corporate cars not used by employees, the operational use must outweigh. This means that the vehicle must be used at least 90 % of the operation.

In the case of a shareholder who receives profits, the company car is a covert payout and is of course also taxed.