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Darwinist
1 year ago

Die sexuelle Orientierung ist angeboren (Balthazard 2021). Wer später in der Pubertät merkt, dass er schwul, bi oder lesbisch ist, ist es schon immer gewesen. Man wird nicht schwul, bloß weil man in der Pubertät vielleicht einmal ein paar schwule Erfahrungen sammelt, sondern man ist es einfach. Auch die elterliche Erziehung hat darauf keinen Einfluss. Kinder, die in Regenbogenfamilien aufwachsen, also bei in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebenden Eltern aufachsen, sind nachweislich genauso häufig heterosexuell wie Kinder aus Familien mit gemischtgeschlechtlichen Eltern.

Es stimmt zwar, dass die Gene unsere sexuelle Orientierung beeinflussen. Das wird durch Zwillingsstudien schon länger bestätigt (Långström et al. 2007). Es ist aber nicht nur ein einzelnes Gen daran beteiligt, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Gene, wie verschiedene genomweite Assoziationsstudien (z. B. Ganna et al. 2019) gezeigt haben. Die Studien zeigen außerdem, der Einfluss eines jeden einzelnen Locus ist außerdem nur sehr gering, sodass man aus den Genen eines Menschen nicht dessen sexuelle Orientierung ablesen kann. Und die Gene erklären die Entstehung der sexuellen Orientierung nur zum Teil. Sie wird neben den Genen zu einem viel größeren Teil durch vorgeburtlich wirkende individuelle Umweltfaktoren beeinflusst. Welche Ursachen das genau sind und wie sie wirken, ist jedoch weitgehend unbekannt.

Sehr wahrscheinlich spielen endokrinologische (hormonelle) Signale eine wichtige Rolle. In einer Studie wurde z. B. gezeigt, dass hohe Konzentrationen des Schwangerschaftshormons Progesteron häufiger zu Bisexualität führen (Reinisch et al. 2017). Auch das Immunsystem der Mutter könnte eine Rolle spielen. So gibt es beispielsweise Hinweise darauf, dass das Immunsystem der Mutter Antikörper gegen bestimmte y-chromosomal codierte Proteine bilden könnte, welche die Gehirnentwicklung männlicher Feten steuern (Bogaert et al. 2017). Fehlen diese Proteine, weil sie durch die Antikörper bekämpft werden, so die Theorie, könnte das die Gehirnentwicklung so beeinflussen, dass eine gleichgeschlechtliche Neigung entwickelt wird. Auch epigenetische Vererbung wird als eine mögliche Ursache diskutiert(Rice et al. 2012), jedoch gibt es dafür keine Belege. Epigenetik bezeichnet Mechanismen, mit denen die Aktivität von Genen verändert wird, ohne dass der genetische Code selbst verändert wird. Bestimmte Signalmoleküle werden an die DNA oder an Proteine, auf die die DNA aufgewickelt ist (Histone), angeheftet (oder entfernt), wodurch bestimmte Gene stumm geschaltet werden, andere sind aktiver usw. Die Vermutung: wenn ein Vater sein epigenetisches Muster an eine Tochter vererbt, würden bei der Tochter dieselben Gene aktiviert bzw. stumm geschaltet und es würde sich eine ähnliche sexuelle Neigung wie die des Vaters, also für Frauen, entwickeln. Analog geht man bei schwulen Söhnen davon aus, dass eine Mutter ihr epigenetisches Muster vererbt. Das Problem: die epigenetischen Muster von Eizelle und Spermium werden eigentlich gelöscht und entstehen individuell wieder neu. Bislang ist kein Mechanismus darauf bekannt, wie u. U. ein epigenetisches Muster doch vererbt werden könnte und es gubt auch nur einige indirekte Hinweise darauf, dass das geschehen könnte.

Garlond
1 year ago

Die Sexualität entwickelt sich in der Pubertät, man wird Geschlechtsreif.

Aber die Grundlage zur Sexualität, und eben wie diese ausgerichtet ist, steht schon vorher fest.

Ist wie mit Bartwuchs, der ist auch genetisch veranlagt, aber ob du viel oder wenig Bart bekommst, zeigt sich erst wenn du älter wirst.

Oder ein anderes Beispiel. Die meisten Babies (bei uns) haben blaue Augen, die tatsächliche Augenfarbe kann man erst nach 6 bis 18 Monaten sehen. Die Veranlagung für die eigentliche Augenfarbe haben Babies aber schon von Anfang an, das entscheidet sich nicht erst in den 6 bis 18 Monaten.

Alilila2008
1 year ago

Es kann auch schon vor der Pubertät das Gefühl kommen. Und wenn es dazu kommt fühlt man sich erst komisch und denkt das die anderen nichts mehr mit einen machen wollen aber es hört irgendwann auf dieses Gefühl. Und dann findet man es sogar schon normal. Dabei sollte man beachten niemals auf irgendwelche Kommentare zu hören hab deine eigene Meinung!

tippsforqueers
1 year ago

Die sexuelle Orientierung ist angeboren und daher von Anfang an irgendwo da. Meist bemerken Menschen, die nicht heterosexuell sind, aber erst in der Pubertät bzw kurz davor oder kurz danach, worauf sie stehen.

Kevin240501
1 year ago

Das ist kein Gen, dass sich aktiviert. Es ist eine sexuelle präferenz die schon immer da war, oder sich entwickelt

verreisterNutzer
1 year ago
Reply to  Kevin240501

Ich hatte mal in einer Doku gesehen, dass es ein Gen ist

fentanylfan
1 year ago

dann war das eine schlechte doku. Es ist KEIN gen, und Sexualität ist auch keine entweder-oder Sache bei, sondern ein weitläufiges Spektrum, auf dem alle möglichen Ausprägungen und Vorlieben in unterschiedlicher Stärke vorhanden sind.

Kevin240501
1 year ago

Es gibt bisher nur Indizien, aber keine Belege warum das so ist. Könnte wirklich in der Genetik veranlagt sein (ist was anderes als du meinst), aber auch gesellschaftliche Dinge spielen evtl. eine Rolle. Man weiß es nicht

verreisterNutzer
1 year ago

Das kann ich verstehen, aber ich wollte hier schon eine relativ genaue Antwort

LenaK503
1 year ago

Ich GLAUBE mal das entsteht in der Pubertät, ich glaube nicht das man mit zB 8 Jahren schon weiß wer einem sexuell anzieht und wer nicht.

tippsforqueers
1 year ago
Reply to  LenaK503

Man weiß es wahrscheinlich nicht, aber da die sexuelle Orientierung angeboren ist, ist ein Schwuler auch mit acht Jahren schon schwul.

AryaSaphyra
1 year ago

Man wird nicht irgendwann plötzlich schwul (und das ist auch nichts genetisches, dann könnte das ja vererbt werden). Das ist man einfach von Geburt aus. genau wie jede andere Sexuelle Orientierung und jede Geschlechtsidentität.

Christian314
1 year ago

Sie sind von Geburt an schwul. Mit der Pubertät wird es nur deutlicher erkennbar. (Oder auch nicht, man kann auch asexuell und schwul sein.)

ichantwortemal
1 year ago

Das entsteht während der Entwicklung des Gehirns im Mutterleib. Es gibt kein Gen dafür.