Alternativ Medikament zum Mirtazapin fürs Einschlafen?
Hey Leute,
ich leide unter psychisch bedingten Einschlafstörungen und hatte deshalb u.a auch das Mirtazapin verschrieben bekommen. Die Behandlung mit Mitrazapin hatte ich erfolgreich beendet, doch nach einigen Monaten ohne Medikament fingen die Schlafstörungen wieder an, weshalb ich es wieder zu mir nahm.
Nun habe ich den Wunsch, auf ein Nebenwirkungsarmes Medikament umzusteigen, da die NW auf Dauer stören.
Welche Medikamente gibt es, die möglichst intensiv wie Mirtazapin wirken, aber weniger/keine Nebenwirkungen haben ? Es geht mir nur um das einschlafen, depressiv und angsttechnisch bin ich stabil.
Meine Psychiaterin hat mir „promethazin neuraxpharm „ verschrieben, was ich ungern zu mir nehmen möchte aufgrund von NW.
PS: ich brauche etwas sehr starkes, da ich ein schwerer Fall bin was das Thema angeht.
LG
Moin,
was spricht gegen Promethazin, hast du es überhaupt schon mal genommen? Es ist im Allgemeinen gut verträglich und, was wichtiger ist, es macht nicht abhängig. Den gleichen Wirkmechanismus (Histaminantagonismus) hat auch Dimenhydrinat (Vomex), das kann man auch versuchen.
Alternativ kann man noch Amitriptylin oder Doxepin (beides trizyklische Antidepressiva) versuchen, aber die machen erfahrungsgemäß eher Nebenwirkungen. Auch Opipramol (ebenfalls ein Antidepressivum) kann man versuchen, vor allem wenn du auch mit inneren Unruhezuständen und Angespanntheit zu kämpfen hast. Das kannst du allerdings nicht als Bedarfsmedikation nehmen, wie die zuvorgenannten, sondern musst es regelmäßig nehmen und ein paar Wochen warten, bis sich ein guter Effekt einstellt. Quetiapin (ein atypisches Neuroleptikum) wäre auch eine Option, vor allem bei Unruhezuständen.
Sofern die Schlafstörungen nur Ausdruck einer zugrundeliegenden psychiatrischen Erkrankung sind (z.B. Depressionen) muss die natürlich behandelt werden, genauso wie körperliche Grundleiden (z.B. eine Schilddrüsenüberfunktion), aber das hat deine Psychiaterin sicher im Blick.
Von Benzodiazepinen und den sogenannten Z-Drugs (Zopiclon, Zolpidem) würde ich abraten, weil die ein hohes Abhängigkeitspotenzial mitbringen.
Vomex ist frei erhältlich, das kannst du dir also auch selbst beschaffen und mal probieren. Für den Rest müsstest du mit deinem Hausarzt mal sprechen.
Frage damit erstmal beantwortet oder noch etwas offen?
Lieben Gruß
Das Promethazin habe ich noch nicht ausprobiert, nein.
Erstmal vielen Dank für die zahlreichen Medikamenten, Empfehlungen. Ich informier mich mal über diese und komme dann wieder für nachfragen 🙂
Und woher weißt du dann von den Nebenwirkungen, aus der Packungsbeilage? Probier erstmal das Promethazin, das ist ein hervorragendes Medikament mit ausgesprochen günstigem Nebenwirkungsprofil, geeignet als Bedarfsmedikation und, wie gesagt, ohne Abhängigkeitsrisiko. Wie viel hast du bekommen, 10 mg? In Absprache mit deinem Psychiater kann die Dosis bei Bedarf auch erheblich gesteigert werden. Bevor ein anderes der genannten Medikamente probiert wird, empfehle ich dir dringend, es zunächst mit dem Promethazin zu versuchen.
Gruß
Danke 🙏
Promethazin kann man problemlos auch regelmäßig einnehmen und einfach absetzen, wenn man es möchte.
Generell sind pflanzliche Präparate eher unbedenklich, aber nicht immer. Auch frei verkäufliche pflanzliche Präparate können entscheidenden Einfluss auf die Aktivität verschiedener Enzyme der Leber haben und dadurch die Geschwindigkeit beeinflussen, mit der andere Medikamente abgebaut werden. Besonders muss man z.B. mit Grapefruitsaft und Johanneskraut aufpassen, wenn man regelmäßig Medikamente nimmt.
Gruß
Ja von der Packungsbeilage. Ich habe meine ich 25mg die ich teilen soll. Alles klar, dann nehme ich die.
Kann ich die eigentlich dann auch täglich für mehrere Jahre nehmen oder tatsächlich nur bei Bedarf ?
Pflanzliche Mittel ala Baldrian usw. kann ich mir sparen oder ? Die sollen ja nicht so stark sein
LG
Es gibt noch Trazodon, Trimipramin oder Quetiapin (etc.) als Alternative.
Melatonin.